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Krebs - Seinem Selbst zuvor entfremdet

Krebserkrankungen sind heute die zweithäufigste Todesursache. Das Schicksal der einzelnen Krebszelle enthüllt uns die zugrunde liegende Thematik. Auf der Körperebene wird verdeutlicht, dass hier jemand von seinem ureigenen Lebensweg abgewichen ist. Obwohl Krebs nicht zu den schulmedizinisch anerkannten psychosomatischen Krankheiten gehört, gibt es viele empirische Befunde aus systemischer Sichtweise, die das Anerkennen einer psychologischen Komponente des Krebsgeschehens erforderlich machen. Viele krebserkrankte Menschen weisen folgende Persönlichkeit auf:

  • Hinter einer äußerlichen Angepasstheit und Lebensbejahung erscheint er hoffnungslos und bedrückt: alles ist ihm im Grunde eine Last, die Zukunft eine Bürde. Er erscheint dabei eigenen wichtigen Bedürfnissen, z.B. dem nach Ruhe, nach sexueller Befriedigung, nach mitmenschlicher Verbundenheit, nach Erholung - entfremdet. Er ist durch geringe Entwicklungsmöglichkeiten und starrer Rollenaufteilung aus seiner Herkunftsfamilie seinem Selbst und vor allem seinem ureigenen Lebenssinn entfremdet. Und es fällt ihm schwer, andere Menschen zu finden, die diese (von ihm selbst nicht klar erkannten und zugelassenen) Bedürfnisse befriedigen könnten - obschon, oder gerade weil er zu allen Menschen nett sein möchte. Schließlich erscheint er besonders verwundbar für bestimmte Verluste, Kränkungen, oder Ausstoßungserlebnisse, umso mehr, als er sich oft nur an einen einzigen Menschen enger bindet, während er andere Kontakte vernachlässigt.

Und nicht nur die Persönlichkeitszüge, sondern auch die Familienverhältnisse, aus dem der krebserkrankte Mensch kommt, ähneln sich in folgenden systemischen Besonderheiten:

  • Sehr geringe Entwicklungsmöglichkeiten, starre Rollenaufteilung, starke Bindungen und Koalitionen, starre Grenzen nach außen, harmonisierendes, konfliktvermeidendes Verhalten, Altruismus bis zur Selbstaufopferung, gespannte und latent explosive Atmosphäre als Folge der Konfliktverleugnung und Konfliktunterdrückung. Verlust eigener Lebensinhalte und eigenem Lebenssinn. Hierbei muss jedoch berücksichtigt werden, dass derartige Mechanismen in starker Ausprägung auch in Familien mit anderen psychosomatisch schweren Erkrankungen vorkommen sowie in Familien mit psychotischen Erkrankungen.

Meiner Meinung nach muss die psychologische Komponente von Krebs auch noch aus einem viel wichtigeren Grunde anerkannt werden, nämlich der Spontanremission. Bei ca. 10.000 Erkrankungen bildet sich eine ohne medizinische Eingriffe spontan zurück, oft sogar nach hochgradiger Metastasierung. Bei diesen Patienten wurden immer außergewöhnliche und grundlegende Veränderungen in der Einstellung zum Leben ermittelt!

Einmal mehr geht es in diesem Krankheitsbild darum, dem Körper die im Krankheitsgeschehen deutlich werdende Lebens-Aufgabe abzunehmen. Der Patient sollte seinen ursprünglichen Lebenssinn wiederfinden - anstelle der Krebszelle, die den Körper findet.

Einmal mehr der Beweis dafür, dass andere Faktoren unsere Krankheit bestimmen, als die einzelnen Stoffe in unserem Körper. Das ist analog zu der Bakterientheorie als Ursache von Krankheiten, wo selbst der große Louis Pasteur auf dem Sterbebett sagte: „ Die Bakterie ist nichts, der Boden ist alles“.
Doch viele ignorieren oder bagatellisieren ihren Zustand nach der Diagnose aus Angst vor dem Verlust ihrer gewohnten Ordnung oder ihrer vorhandenen Bindungen. Sie wollen das tun, was sie immer schon getan haben, gehen zur Tagesordnung über und entfremden sich irgendwann endgültig vom irdischen Leben. Nur wenige Krebspatienten kommen aus eigenem Antrieb in eine systemische Aufstellungsarbeit - dann allerdings mit günstigerer Prognose.
Die systemische Familienaufstellungen verdeutlicht die zuvor lebens- und krankheitsbestimmenden Beziehungen innerhalb des Familiensystems, die bei dem Patienten bewusst werden und auf seelischer und körperlicher Ebene eine heilende Wirkung haben und eine Umkehr zum selbstbestimmten Leben bewirken.
Und zu Guter letzt: Wenn man das äußerst Machtvolle und Zerstörerische des Krebsgeschehens, das in seiner scheinbaren Unabdingbarkeit soviel Grauen auslöst, als Ausdruck ungelebter, abgespaltener, unterdrückter , verleugneter oder ins Gegenteil verkehrter Vitalität sehen kann, sind gleichfalls die großen Potentiale erahnbar, die der Patient sich im Falle einer Wende verfügbar machen kann.