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Diabetes Typ-2

Der Stress mit sich selbst

10 Millionen Deutsche (rund 12 Prozent der Bevölkerung) leiden an Typ-2-Diabetes, der erworbenen Zuckerkrankheit. Weitere zwei Millionen Menschen sind betroffen, ohne es zu wissen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Diabetiker verdoppelt.
Eine ganz besonders fatale Entwicklung ist die steigende Anzahl Jugendlicher, die an Typ-2-Diabetes, früher auch „Altersdiabetes“ genannt, erkranken. Man geht davon aus, dass es bereits 5000 Kinder und Jugendliche sein könnten, doch gibt es eine hohe Dunkelziffer, weil die Jugendlichen häufig keine typischen Symptome zeigen, wie stark übergewichtig, Abgeschlagenheit, Durst und häufiges Wasserlassen.
Diabetes ist zu einer Volkskrankheit geworden.

Der biochemische Hintergrund kurz und bündig:

Beim Typ-2-Diabetes reagieren die Zellen nicht mehr so gut auf Insulin (Insulinresistenz), der Körper braucht mehr davon, um die Glukose in die Zellen einströmen zu lassen. Irgendwann schafft die Insulinfabrik des Körpers den Nachschub nicht mehr, der Blutzucker steigt noch stärker an.

Der familiäre Nährboden und das soziale Verhalten eines Typ-2-Diabetikers:
Die Risikogruppe für Typ-2-Diabetes setzen ihre Gaben für die Bedürfnisse anderer ein und sorgen sich um deren Gesundheit, Ernährung, Erziehung und Wohlergehen. Sie vermitteln ein Maß von Annahme und Wertschätzung, das anderen helfen kann, an den eigenen Wert zu glauben. Sie können großzügig teilen und für andere „ihr letztes Hemd“ hergeben. Die Nächstenliebe und Verfügbarkeit hat allerdings auch Schattenseiten, die auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind: Sie sind gefallsüchtig und brauchen übertrieben viel Dank und Wertschätzung.
Viele hatten in ihrer Kindheit nur bedingte Liebe erfahren. Die Liebe wichtiger Bezugspersonen musste durch Wohlverhalten erkauft werden. Wenn sie die Bedingungen erfüllt hatten, konnten sie unter Umständen Liebe und Geborgenheit bekommen. Die „schöne“ Kindheit hindert sie daran, wütend oder traurig darüber zu sein, dass man sie ständig zu übertriebenen Wohlverhalten animiert hatte. Schon früh hatten sie das Gefühl, eine Stütze für die emotionalen Bedürfnisse der Mutter sein zu müssen – wenn zum Beispiel Vater und Mutter Konflikte verdrängten.

So hielten sie unbewusst als emotionale Stütze her, gaben sich verständnisvoll und hilfsbereit und stellten eigene Bedürfnisse zurück. Dadurch bekam aber das Kind auch eine Größe, die ihm eigentlich nicht zustand. Es erlebte sich selber als mächtig, die Erwachsenen hingegen als schwach und bedürftig. Das ist der Nährboden für falschen Stolz. Sie sehen insgeheim auf diejenigen herab, denen sie „dienen“. Sie haben den Anspruch, lieb und hilfreich zu sein, und sind in der Regel davon überzeugt, dass sie das sind. Menschen, die zu viel geben, belasten eine Gemeinschaft ebenso wie Menschen, die immer nur nehmen. Denn irgendwann werden die „Geber“ Rückzahlung einklagen. Die „Nehmer“ werden Aggressionen gegen die ewig Gebenden entwickeln, weil sie von ihnen zu Schuldnern gemacht werden.

Geistig-soziale Handlungsebene:

Ein Gefühl der Wertlosigkeit wird durch Leistung oder Gemeinschaftsgefühl – Wissen um die eigene wie auch die Schwäche jedes einzelnen Mitglieds der Gemeinschaft – übertüncht. Die Gewissheit der Gemeinschaft baut eine „Mauer“ nach außen!
Der Typ-2-Diabetiker ist suchtgefährdet. In diesem Zusammenhang muss neben Esssucht und der Sucht nach Süßem besonders die Beziehungssucht erwähnt werden. Die Bedürfnisse sind in der Regel sinnlich-emotionaler Natur: Zärtlichkeit, zärtlicher Sex, Zuneigung. Andere sinnliche Bedürfnisse können dabei leicht zum Ersatz werden: Essen oder exzessives Arbeiten, etc.
Aus der Beziehungssucht heraus wollen sie in der Beziehung glänzen, nach außen makellos erscheinen. Wenn sie etwas nicht können, vermeiden sie es akribisch, dass andere sie womöglich bei einem Fehler beobachten. Sie weichen von ihrer Routine nicht ab (selbstkontrollierend), weshalb sie sich bei der Diagnose Typ-2-Diabetes und der notwendigen Ernährungs- und Bewegungsumstellung auch so schwer tun.
Persönliche Schwächen zuzugeben, ist eben nicht die Sache eines Typ-2-Diabetikers. Sie machen Probleme mit sich selbst aus, schlucken Ärger herunter. Dem Außenstehenden wird eine Fassade geboten. Der Rückzug hinter schützende Wände hilft ihnen, unangenehme Konfrontation zu vermeiden – doch wer seine Schwächen verbirgt, behält sie.

Ganzheitlicher Lösungsansatz:

Die schlechtesten Resultate erzielen wir immer dort, wo wir am stärksten versuchen, anderen zu helfen. Die zunehmende Medikamentisierung und Technisierung durch eine immer aufwändigere und perfektere medizinische Versorgung hat auf unsere Gesundheit nur wenig Einfluss. Wer den Arzt mit Typ-2-Diabetes aufsucht, bekommt zunächst den gutgemeinten Rat, Übergewicht abzubauen und sich regelmäßig zu bewegen, und bei einem Blutzuckerlangzeitwert über 53 mmol/mol in der Regel eine medikamentöse Behandlung.

Diese Art von Krankheitsbekämpfung, die die ursächliche, individuelle Geschichte des Betroffenen nicht berücksichtigt, ist von zeitlich begrenzter Wirkung. Bildlich ausgedrückt: Statt das Feuer zu bekämpfen, wurde der Brandmelder abgeschaltet. Die Krankheit wurde nicht als Hinweis auf eine ursächliche, individuelle Lebensgeschichte verstanden, sondern mit einem Medikament abgeschaltet. Damit ist aber noch nicht die Ursache gefunden bzw. geklärt.
Typ-2-Diabetes und besonders die notwendige Verhaltensänderung lassen sich durch eine sorgfältige „Aufarbeitung der sozialen Krankheitsgeschichte“ oft dauerhaft besser bessern oder sogar ganz ausheilen, als durch konventionelle Behandlungen. Zu wissen, wer man selbst ist und was man selbst tun kann, um wieder gesund zu werden, ist wohl die wichtigste Voraussetzung für eine nachhaltige Verhaltensänderung und damit verbundenen Heilerfolg.
Durch Sport, Ernährungsumstellung und Aufarbeitung der sozialen Umstän kann man dem Diabetes Typ-2 sprichwörtlich davonlaufen.