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Borderline - Eine Frage der Identität

Wenn wir denken, wie wir immer denken, erreichen wir das, was wir immer schon erreicht haben.

Gesunde Menschen haben ein geschlossenes bzw. in-sich-ruhendes Konzept von sich selbst, dass zeit- und situationsunabhängig ist. „Ich bin derselbe, der ich vor zwei Jahren und vor 10 Jahren war. Und ich bin derselbe, ob ich arbeite, Sport betreibe, mit meiner Familie zusammen bin oder schlafe.“ Die Identität eines gesunden Menschen beruht demnach auf einer intakten Eigenentwicklung innerhalb sozialer Lebensbeziehungen, ohne größere Einwirkung von äußeren Umfeldbedingungen.
Menschen, die an Borderline erkrankt sind, fehlt dieses Grundverständnis der eigenen Identität. In den ersten Lebensjahren war es ihnen aufgrund von schlimmen Erlebnissen, wie schwere Krankheiten, emotionales und soziales Vakuum in der Familie, psychischer oder physischer Missbrauch, der Verlust der Eltern durch Scheidung oder Tod, nicht möglich, enge und vertraute Beziehungen aufzubauen und Intimität zuzulassen. Sie hatten selbst keine Möglichkeit eine stabile Persönlichkeit aufzubauen.
Folglich haben sie nun das Gefühl, dass der Ehepartner, der Kollege oder Freund keine stabile Persönlichkeit ist. Bei jedem kritischen Wort, jedem ernsten Blick fürchten sie, die Beziehung sei ernsthaft bedroht. Das hat weitreichende Konsequenzen: es fällt ihnen schwer, eine befriedigende Lebensaufgabe und überhaupt einen Sinn im Leben zu finden. Ihre Lebensläufe weisen meist zerstörte Familienbeziehungen, zahlreiche Jobwechsel, berufliche und private Misserfolge jeglicher Art auf. Der Kranke kann sich selbst und andere nur in Extremen sehen, sehr gut oder sehr schlecht, sehr freundlich oder sehr gemein, sehr stark oder sehr schwach. Selbstmordversuche und andere selbstzerstörerische Handlungen sind häufig. Wie ist jetzt eine mögliche Lösung einzuleiten?
Die negativen Kindheitserlebnisse drohten die positiven Erlebnisse vollkommen zu überlagern. So spaltet das Kind bereits früh das Negative ab, um das Positive zu schützen. Der Preis dafür ist ein gespaltenes Bild, wie bereits oben ausgeführt, zu Beziehungspersonen, heute wie damals. Aus diesem Grunde sollte eine Arbeit zur Gesundung wiederum auf einer Aufmerksamkeitsspaltung beruhen, die nun eine emotionale Sinnhaftigkeit zum Erlebten eröffnet. Eine dialektische Spaltung der äußeren Aufmerksamkeit führt gleichzeitig zu einer Stärkung innerer Aufmerksamkeit. Nun öffnet sich der Weg nach innen und die Person erhält Zugriff auf ihre gesammelten Erfahrungen aus früheren Orientierungsstörungen, und ihr wird es ermöglicht, jetzt ihr Verhalten nachhaltig zu korrigieren und ihre aktuellen Beziehungsprobleme zu lösen.